Standpunkte
Bildung und Schule
1. Jede Schule soll ihr eigenes Profil entwickeln können. Dazu müssen
diese mehr finanzielle, administrative und pädagogische
Eigenverantwortung erhalten. Vor Ort läßt sich nämlich am besten
entscheiden, wo Geld- oder Sachmittel effektiv eingesetzt werden.
Die Ausstattung der Schulen muss dringend verbessert werden.
2. Wir setzen uns für ein vielfältiges Berliner Schulsystem ein.
Wir wollen mehr Oberschulen ab Klasse fünf und mehr Schulen mit
Express-Abitur nach zwölf Jahren. Die Hauptstadt muss ihren Schülern
extrem differzierte Bildungsmöglichkeiten eröffnen. Berlin soll
damit Modellcharakter für Europa erhalten. Wir wollen weg vom
Einheitsbrei der Gesamtschulen.
3. Eine erfolgreiche Gesellschaft braucht Leistungsträger. Deshalb
wollen wir eine gezielte Elitenförderung. Sehr gute Schüler müssen
in der Schule besonders gefördert werden. Leistungsschwache sollen
eine individuelle Förderung erhalten, beispielsweise in
Kleingruppen- Unterricht.
4. Der Realschulabschluss und der Hauptschulabschluss müssen mehr
Anerkennung erhalten. Durch eine Abschlussprüfung soll ihnen mehr
Gewicht verliehen werden. Die Qualität des Unterrichts muss
dringend verbessert werden.
5. Unterricht muss praxisnaher werden. Wir fordern häufigere
Projektarbeit und vermehrte Berufspraktika. Darüber hinaus halten
wir es für sinnvoll, einzelne Fächer zu vernetzen um thematische
Zusammenhänge deutlich werden zu lassen. Unverzichtbarer
Bestandteil eines lebendigen Unterrichts müssen die neuen
Technologien wie Computer und Internet werden. Jeder Schüler sollte
dazu freien Zugang erhalten.
6. Die Schüler sollen die Möglichkeit haben, durch eine
Unterrichtsevaluation ihre Lehrer zu bewerten. Generell soll ihnen
mehr Einflussnahme ermöglicht werden. Daher müssen GSV-
Entscheidungen mehr Gewicht auf Lehrerkonferenzen erhalten. Es ist
zu überdenken, ob Lehrer unbedingt Beamte sein müssen. Ein
Einstellungskorridor für junge Lehrer muss geschaffen werden.
7. Die Vermittlung traditioneller Werte muss fest in der Schule
verankert werden. Daher halten wir es für unverzichtbar, die Wahl
zwischen Religionsunterricht und Ethik/Philosophie als Pflichtfach
einzuführen.
8. Das Erlernen der Kulturtechniken muss durch ausreichende Übungen
und genügend Wiederholungen gesichert werden. Ferner soll die
Schule keine Fachidioten ausbilden, sondern zu lebenslangem Lernen
befähigen (Stichwort: Lernen lernen!).
9. Die Schule soll auch nach Unterrichtsende noch interessant
bleiben. Deshalb ist es sinnvoll, ein breites Angebot an
Arbeitsgemeinschaften - auch unter der Leitung von Schülern - zu
schaffen. Gezielt muss die Teilnahme an Wettbewerben, wie z. B.
"Jugend forscht" gefördert werden.
10. Wettbewerb hat noch nie geschadet. Deshalb sollen alle Berliner
Schulen in einem "Ranking" nach der Qualität der
Ausbildung und den Leistungen in den Abschlussprüfungen erfasst
werden. Dies soll vor allem den Eltern die Schulwahl erleichtern.
Thema B
Grundsatzprogramm